Im Verhör: Mechthild Lanfermann

Das letzte Verhör ist schon eine Weile her, dafür ist mir aber jetzt ein ganz besonderer Coup gelungen. Ein ganz edler Fisch ist dabei ins Netz gegangen – Mechthild Lanfermann, eine Cloppenburger Krimiautorin. Nein, eigentlich eine Autorin aus Lastrup, da muss man genau sein. Eigentlich aus Berlin, wenn man es so sieht. Sehr verdächtig … Mechthild sagt selbst über sich, sie sei eine „Autorin aus Niedersachsen“. Ich sage: sie ist eine super Autorin aus Südoldenburg, die bei der Lesung in Cloppenburg ganz viel Family, Friends & Fans u. a. aus Lastrup dabei hatte. Nun kann sich aber wirklich niemand beschweren. Wo ist eigentlich Berlin …? 🙂

ÑEnde Oktober war Mechthild mal wieder in ihrer Heimat, um aus ihrem aktuellen Krimi „Wer ohne Liebe ist“ zu lesen. Da wurde sie von meinem fiktiver Ermittler Hendrik ‚Pommes‘ Willen direkt verhaftet und ins Verhörzimmer geschleppt. Nachfolgend das Protokoll zum Mitlesen. Das Beweisstück ihrer Tat findet sich bei allen gut sortierten Buchhändlern und insbesondere bei Terwelp, dem örtlichen Bücherdealer unseres Vertrauens … Todsicher.

 

Pommes Willen:                     Frau Lanfermann, in der Schreibtischtäter-Szene sind Sie kein unbeschriebenes Blatt. Dennoch: Erzählen Sie uns zunächst etwas über sich!

Mechthild Lanfermann:            Hallo! Mein Name ist Mechthild Lanfermann, ich lebe in Berlin, der tollsten Stadt der Welt, arbeite beim Radio und schreibe Bücher, mache also beruflich mittlerweile nur Sachen, die mir Spaß machen, bin mit einem wunderbaren Mann zusammen und habe zwei großartige Kinder – so sieht meine Sicht auf die Dinge an guten Tagen aus. An schlechten habe ich das Gefühl, wie ein Jongleur viel zu viele Bälle in der Luft halten zu müssen, als Freiberuflerin ohne Netz und doppeltem Boden immer wieder gefordert, mit einem Mann, der zuviel arbeitet und zwei Kindern, die noch ganz schön klein sind und viel Betreuung brauchen und das in einer Stadt, die so verdammt groß ist, dass es immer ewig dauert, bis man irgendwo ist…also irgendwo auf dieser Skala bewegt sich je nach Tagesform mein momentanes Lebensgefühl.

Pommes Willen:                     Ich habe hier einen Registerauszug von Ihnen vorliegen. Danach konnten Ihnen bislang zwei Taten nachgewiesen werden. Wollen Sie sich dazu äußern?

Mechthild Lanfermann:          Ich gestehe, ich werde langsam zur Serientäterin. Ich habe schon immer gerne Krimis gelesen und eines Tages beschlossen, selbst welche zu schreiben. Meine Heldin arbeitet als Journalistin beim Rundfunk, so wie ich. Da war der Focus automatisch auf die politischen und gesellschaftskritischen Themen gelegt. Da gibt es breite Palette an Aspekten: von der Gesetzesvorlage über die persönliche Bereicherung bis zu idealistischen Wünschen und Enttäuschungen. In meinen Krimis fließt wenig Blut, es geht mir eher darum zu zeigen, wie Menschen kriminell werden, wie nah das an unserem scheinbar so gesichertem Leben dran ist und was das alles auf einer tieferen Ebene zeigt – an Lebensenttäuschungen, an längst verdrängtem Schmerz oder auch an stark empfundener Liebe.

Auf Lesungen werde ich immer wieder gefragt, wie ich auf meine Themen komme, das erstaunt mich dann so sehr, die Frage für mich ist eher, wie begrenze ich die Themenwahl? Soviel Ungerechtigkeiten geschehen in unserer Welt, es gibt soviel Leid und Schmerz, soviel versteckte und verdrängte Gefühle, die Ungutes hervorbringen – an Themen, finde ich, mangelt es wahrlich nicht.

Pommes Willen:                     Was ist das Besondere an Ihrer „Masche“?

Mechthild Lanfermann:                     Meine Heldin Emma Vonderwehr ist eine Journalistin beim Radio, so ist der Focus etwas anders als in Krimis, in denen ein Ermittler von der Polizei im Mittelpunkt steht. Manches von Emma steckt vermutlich auch in mir, vielleicht ihre Sicht auf die Dinge. Andererseits ist sie auch ganz anders, sie ist viel mutiger als ich, sie geht oft über ihre Grenzen und nicht selten auch über die anderer. Sie hat einen tiefen seelischen Schmerz, sie fühlt sich schuldig am Tod eines jungen Mädchens und rennt deshalb auch ein wenig vor sich selbst davon.

Pommes Willen:                     Wie gehen Sie vor, wenn Sie eine „Tat“ planen?

Mechthild Lanfermann:          Ich bin ja von Haus aus Journalistin, da ist klar, dass die Recherche stimmen muss. Bevor ich den ersten Satz schreibe, habe ich schon viel Zeit mit dem Thema verbracht, Bibliotheken und Archive durchstöbert und Fachleuten Löcher in den Bauch gefragt. Wenn es dann losgeht, steht die Geschichte schon relativ detailreich fest. Und dann heißt es, Disziplin zeigen und jeden Tag ran. Eine Woche im Monat arbeite ich in der Regel noch bei Deutschlandradio Kultur, die andere Zeit gehe ich in mein Büro, das ich mir dafür angemietet habe und schreibe – bis es Zeit wird, die Kinder von der Schule zu holen.

Pommes Willen:                     Ist damit zu rechnen, dass Sie zum Wiederholungstäter werden?

Mechthild Lanfermann:          Bei aller Quälerei, die es natürlich auch gibt – ich kann mir nicht vorstellen, das Schreiben wieder aufzugeben. Manchmal macht es auch euphorisch – wenn eine Szene oder ein Gedanke das in sich trägt, was ich sagen möchte, wenn Leser mir erzählen, welche Passage in dem Buch sie besonders berührt hätte, wenn sie mit Emma mitfühlen und mich ausschimpfen, dass ich ihr keine unkomplizierte Liebe gönne – dann erfüllt mich das mit großer Freude und dem Gefühl, über meine Bücher eine Verbindung zu den Menschen aufgenommen zu haben. Solange die Geschichte von Emma noch trägt, solange sie Leser findet und der Verlag mich druckt, werde ich wohl weitermachen…

Der Dritte Band ist übrigens schon in Arbeit und soll nächsten Herbst erscheinen. Emma vertritt dann für ein paar heiße Sommerwochen den Gerichtsreporter von ihrem Sender. Ein junges Mädchen aus der Obdachlosenszene rund um den Alexanderplatz ist getötet worden und Emma glaubt nicht daran, dass der Angeklagte der wahre Mörder ist…

Pommes Willen:                     Für den unwahrscheinlichen Fall, wir würden Sie wieder laufen lassen: Wo gehen Sie uns als nächstes ins Netz?

Mechthild Lanfermann:          Die nächsten Lesungen sind jetzt hier in Berlin, im November in Moabit auf der Langen Buchnacht (15.11.) und in dem Wilmersdorfer  Literatursalon von Maria Herrlich(25.11.), im Januar dann in der Charlottenburger Krimibuchhandlung „Miss Marple“(17.1.) Aktuelle Termine finden sich auf meiner Autorenseite beim Verlag btb oder auf meiner Facebook-Seite.

Pommes Willen:                     Letzte Frage, Frau Lanfermann: Sie dürfen 3 Bücher mit in die „einsame Zelle“ nehmen. Welche wären das?

Mechthild Lanfermann:          Nur 3??? Da muss man mich aber nach dem Wochenende wieder rauslassen…Puh, wo fang ich da an: also aktuell: Meine Entdeckung 2013 war das Buch „Das Ende der Welt, wie wir sie kennen“ von Robert Goolrick und „Tonspuren“ von Elliott Perlman, den lieb ich sowieso, also literarisch gesehen…

Krimitechnisch werde ich den Skandinaviern langsam untreu –abgesehen von Asa Larsson, die muss ich immer sofort haben – und lese gerade gerne südafrikanische Krimis, allen voran Deon Meyer – sehr spannend… Und ehrlich gesagt finde ich es glaubwürdiger, mir einen Sumpf von Korruption und Gewalt in Johannesburg vorzustellen als in einem verschlafenen Nest in Nordschweden…

Ansonsten liebe und verehre ich Alice Munro, die in diesem Jahr wunderbarerweise den Literaturnobelpreis bekommen hat, außerdem die meisten Sachen von Philipp Roth und T.C.Boyle – aber nicht alles, und die Kanadierin Joyce Carol Oates. Unbedingt gehören in diese Reihe auch Richard Yates und Stewart O’Nan… es gibt einfach so viele gute Bücher!

Und da ich auch immer versuche, das Schreiben besser zu lernen, nehme ich auch noch die beiden besten Lehrbücher mit, die ich bisher entdeckt habe, zwei Bücher, die sich eher mit dem Drehbuchschreiben beschäftigen, aber die so luzide über Aufbau, Spannung und Charakter lehren, dass ich sie nie ausleihe, immer in der Nähe habe und von Zeit zu Zeit in ihnen etwas nachlese: Story – von Robert McKee  und The anatomy of story von John Truby, letzeres gibt es bisher leider nur auf Englisch, ich hab mich durchgequält, es lohnt sich.

Ich merke schon – ich brauche doch einen Kindle und Stromanschluss in der Zelle. Allzulang würde ich es da wohl nicht aushalten, auch wenn ich manchmal von so einer klösterlichen Abgeschiedenheit träume, wo niemand etwas von mir will und ich schreiben schreiben schreiben kann…

Pommes Willen:                     Okay, Frau Lanfermann, ich denke, für´s erste haben wir genug gehört. Lassen Sie mich noch eines zum Abschluß sagen: Wenn Sie so weitermachen, blüht Ihnen sicher „lebenslänglich“ …

Kriminalinski:                          Todsicher, blüht ihr das! Und wir alle freuen uns, hoffentlich „lebenslänglich“ spannende Krimis aus der Feder von Mechthild Lanfermann lesen zu dürfen. Herzlichen Dank für dieses Verhör, Mechthild, und viel Erfolg mit deinen nächsten Projekten!   

Advertisements

Im Verhör: Karla Holm

Kriminalinski ist bekannt dafür, auch vorübergehend unbekannte Schreibtischtäter aufzuspüren. Heute stellt sich Karla Holm dem Verhör. Ermittler ist der fiktive Cloppenburger Dorf-Sheriff Hendrik „Pommes“ Willen.

So, Frau Holm, dann nehmen Sie mal Platz …

Foto Karla Holm

Pommes Willen: Frau Holm, in der Schreibtischtäter-Szene waren Sie bislang ein eher unbeschriebenes Blatt. Daher: Erzählen Sie uns zunächst etwas über sich!

Karla Holm: Oh ja, was Bücher angeht, stimmt das! Ansonsten schreibe ich schon viel am Tag. Ich arbeite als PR-Fachfrau, Dozentin und Coach und als Ghostwriter für ein Karriereportal. Ich lebe in meiner Wahlheimat Bonn und bin, wann immer es geht, am Bodensee. Meine Vorfahren mütterlicherseits waren Schweden, daher habe ich mir den Namen Holm ausgesucht, der ein Pseudonym ist. Fachlich schreibe ich schon sehr lange. Jetzt packe ich auch meine Fantasie in Bücher.

Pommes Willen: Es gibt noch keinen Registerauszug von Ihnen, Sie haben noch nicht einmal ein Knöllchen wegen Falschparkens bekommen. Wieso begeben Sie sich dann auf die kriminelle Seite?

Karla Holm: Trägt nicht jeder eine dunkle Seite in sich? *lacht* Nein, im Ernst, und da sind wir auch direkt beim Thema: Bei jeder Tragik mischt sich stets eine Situationskomik mit ein. Genau dieses Zusammenspiel hat mich bei der Geschichte „Stumme Schreie“ gereizt. Diese Tragik-Komik habe ich mit ganz normalem Beziehungsgrusel gemixt. Verstehen Sie, was ich meine? Der mit der und die davor und der andere dann mit der Süßen schon davor und so etwas muss sich doch dann irgendwann mal rächen! Mein Protagonist Martin Meisen, ein smarter Juwelier und Geschäftsmann, lebt in einer großen Villa am Bodensee. Er ist per se schon eine Augenweide. Natürlich ist er verheiratet, mit Clara, aber er ist eben auch ein Mann, der viel herumkommt *räusper*. Die Familienbande, speziell die zu seinem Vater und Seniorchef Kurt Meisen, kann er nicht abschütteln. Und Familie prägt! Neben den Morden gibt’s noch ein paar weitere Verbrechensarten im Krimi. Ich will nicht zu viel verraten, aber wie eine unbescholtene Bürgerin  in einer Notsituation heraus handeln muss … da schwankt man zwischen Sympathie und Ekel. Verbrechen haben wie Lügen kurze Beine. Die Auflösung ist unvermutet überraschend. Die Bodenseeregion habe ich ausgesucht, weil ich diese Landschaft  sehr gut kenne und lieben gelernt habe. Und weil sie traumhaft harmlos ist! Da muss doch mal was passieren!!! Also hat sich Frau Holm dorthin begeben und für ein paar Tote gesorgt. Was mich ebenso reizt ist, dass die Psychologie es bis heute nicht geschafft hat und es eventuell nie schaffen wird, die Persönlichkeit eines Menschen tatsächlich vollumfänglich erklären zu können. Man sieht stets nur bis vor die Stirn, nie dahinter. „Stumme Schreie“ ist das erste Buch, der Anfang einer Reihe mit Martin Meisen. Ehrlich, falls das Buch verfilmt werden sollte, wünsche ich mir Jeremy Irons in der Hauptrolle! Wie ich zum Krimischreiben gekommen bin? Wie die Jungfrau zum Kinde! Auf der Homepage des Deutschen Schriftstellerverbandes hatte ich letztes Jahr die Ausschreibung gelesen: Krimiautoren gesucht. Da hab ich mich beworben. Mein eingereichter Text hat gefallen.

Pommes Willen: Wie haben Sie Ihre erste „Tat“ geplant?

Karla Holm: Also, das war schon unheimlich, das gebe ich ehrlich zu. Zum Schreiben musste ich mich in meine Figuren, auch in die Mörderfigur, hineinversetzen. Vor der ersten Tat hatte ich Hemmungen. Die anderen Morde liefen dann ganz leicht von der Feder. Bei der Ausarbeitung des Exposés hatte ich professionelle Hilfe. Ein bekannter Krimiautor hat mir stets Feedback gegeben, und das nicht zu knapp! Einen Juwelier als Protagonisten zu nehmen fand er sehr charmant. Außerdem gab es das noch nicht vorher. Geschrieben habe ich an allen Tagen der Woche, tagsüber, wenn ich es mir einteilen konnte, und auch sehr viel abends bis in die Nacht hinein. Ich bin da unproblematisch. Schreiben kann ich zu jeder Zeit. Ideen habe ich viele, die kommen einfach so in meinen Kopf. Ich erlebe oft kuriose Dinge, bekomme sie am Rande mit oder sie werden mir erzählt. Da habe ich genug Stoff. Schreibblockaden kenne ich bis jetzt nicht. Ich bin einfach ein Kommunikationsmensch. Wenn ich mal still bin, dann ist in der Tat etwas Furchtbares passiert. Das ich, wenn ich wieder sprechen kann, in Texte umwandle. Das Buch und die ganze Reihe sollten ursprünglich bei einem mittelständischen Verlag aus Stuttgart verlegt werden. Der Vertrag lag vor. Dann kam im Frühjahr die Information: Der Verlag schließt seine Pforten! Das war ein kräftiger Hieb in den Magen, weil ich so viel Zeit und Herzblut in diese Geschichte gesteckt hatte. Dann hat sich aber zu meiner großen Freude und wie durch ein Wunder ein neuer Verlag aufgetan.

Pommes Willen: Haben Sie Komplizen als Vorbilder?

Karla Holm: Meine Vorbilder sind ganz klar die schwedischen Krimiautoren Mankell und Nesser, aber auch die berühmte amerikanische Kollegin Leon. Aus Deutschland ist es Frau Noll. Diese Schriftsteller lese ich sehr gerne, obwohl die schwedischen schon sehr blutig sind. Das brauche ich nicht unbedingt. Die Geschichten gefallen mir, weil sie subtil psychologisch und tödlich gut geschrieben sind, das macht mich an. Außerdem spielen die Geschichten immer in schönen Gegenden, das gefällt mir ebenso.

Pommes Willen: Haben Sie einen weiteren Coup geplant?

Karla Holm: Ja, da ist was in Planung! Der große Vorteil meines Martin Meisen (ich sag schon meiner!) ist, dass er ja viel unterwegs ist, wie oben schon gesagt. Also wird die nächste Geschichte voraussichtlich nicht am Bodensee spielen, auf jeden Fall nicht die Hauptgeschichte. Natürlich muss er mal nach Hause oder so. Außerdem sind aus dem ersten Buch ein paar Fragen offen geblieben, die im zweiten, oder auch erst im dritten Buch aufgelöst werden. Mehr darf ich leider nicht verraten!

Pommes Willen: Gesetzt den Fall, ich würde Sie laufen lassen: Wo würde ich Sie das nächste Mal erwischen?

Karla Holm: Ich werde mich am 08. September gegen 12.00 Uhr im Campus in Köln aufhalten. Genauer gesagt  in der FH in der Claudiusstraße 1. Da lese ich im Schein der Lampe aus „Stumme Schreie“ vor. Weitere Lesungen, auch am Bodensee, sind in Planung.

Pommes Willen: Okay, Frau Holm, ich denke, wir haben genug gehört. Das wird für eine Beurteilung als kommendes Schwergewicht der Krimiszene reichen. Ihnen blüht sicher „lebenslänglich“. Todsicher.

* * *

Kriminalinski: Der Meinung bin ich auch! Wir freuen uns, hoffentlich „lebenslänglich“ spannende Krimis aus der Feder von Karla Holm lesen zu dürfen. Herzlichen Dank Karla für dieses Verhör und viel Erfolg mit den nächsten Projekten!

Im Verhör: Helmut Wichlatz

„Irgendwas geht immer“ – ein Zitat aus den Joker-Krimis von Helmut Wichlatz – passt an dieser Stelle wie die Faust aufs Auge. Für Joker, Wichlatz´ Protagonisten, kann es noch so schlecht laufen, er zieht sich immer wieder aus dem Schlamassel. Selbst natürlich.

„Irgendwas geht immer“ ist Jokers Lebensmotto. Und wenn ich mir nun vorstelle, im Nebenraum des Verhörzimmers zu stehen und durch den venezianischen Spiegel die Befragung des Tatverdächtigen zu beobachten, dann höre ich Jokers Motto aus dem Munde meines verehrten Autorenkollegen und Freundes Helmut Wichlatz. Er hat sich meinen Ermittlern, den fiktiven Kommissaren Franz Burwitz und Bärbel Krumbiegel aus „Nürnberger Himmelfahrtskommando“ (Anthologie „Schreibaffairen“, erschienen April 2013 bei art&words), mit seiner charmant-frechen Art (er selbst würde sie „bekloppt“ nennen) ein packendes Rededuell geliefert. Man könnte auch sagen: mit seiner unnachahmlichen Art hat sich der Befragte in die Herzen der Ermittler hineingeballert.

Aber lest am besten selbst …

 * * *

Foto WichlatzFranz Burwitz: Herr Wichlatz, in der Schreibtischtäter-Szene waren Sie bislang ein eher unbeschriebenes Blatt. Daher: Erzählen Sie uns zunächst etwas über sich!

Helmut Wichlatz: Naja, Herr Burwitz, was heißt schon unbeschriebenes Blatt?! Sie haben sicherlich schon Sachen von mir gelesen. Aber eben in einer anderen Liga. Ich sage nur „Wirtschaftskriminalität“. Was meinen Sie denn, wer Ihnen all die schönen Sachen jahrelang schmackhaft gemacht hat, für die Sie Ihren Dispo jeden Monat bis an den Anschlag überziehen, na? Genau! Ich und meine nicht weniger skrupellosen Kollegen aus Düsseldorf, Hamburg und sonstwo! Ob Frauenzeitschriften, Energie, Autos, Schnaps oder Klamotten – alles habe ich Ihnen untergejubelt. Jahrelang und mit Erfolg. Natürlich hatte ich auch Grenzen. Denn für Waffen und Zigaretten habe ich nie geworben. Ach ja, wir haben gelebt wie die Wildschweine und gesoffen wie nix Gutes – ich denke gerne daran zurück. Ich habe mehr als eine Gebrauchsanweisung für sündhaft teure Geräte im Vollrausch verfasst. Aber irgendwann war es dann mal gut mit der Wunderwelt der schönen und nutzlosen Sachen. Ich habe mich dem Journalismus zugewandt. Werbetexte gibt´s heute nur noch für ausgewählte Kunden und Produkte. Man muss halt wissen, wann es gut ist. Außerdem kommt mir die Welt der schnellen Nachricht heute näher und ehrlich gesagt: So kann ich viel mehr anrichten, wenn Sie verstehen, was ich meine! Man muss sich ja weiterentwickeln – die Szene ist heute nicht mehr das, was sie mal war. Heute meint jeder Abiturient ohne Leserechtschreibschwäche gleich, er könnte texten. Schauen Sie sich die Scheiße an, die da fabriziert wird – da kann man doch nur noch die Hände über dem Kopf zusammenschlagen und gepflegt kotzen. Verzeihen Sie mir die derbe Ausdrucksweise …

Bärbel Krumbiegel: Es gibt noch keinen Registerauszug von Ihnen, Sie haben noch nicht einmal ein Knöllchen wegen Falschparkens bekommen. Wieso wechseln Sie auf die kriminelle Seite?

Helmut Wichlatz: Ganz ehrlich? Ich habe mich eben nicht erwischen lassen. Was meinen Sie, was alles von mir stammt, obwohl ein anderer Name draufsteht. Sie würden staunen, aber es gibt Geheimnisse, die nehme ich mit ins Grab – Berufsehre, wissen Sie? Schon ganz früh, gleich nach der Uni, habe ich den ersten Roman verbrochen. Und wenn ich „verbrochen“ sage, meine ich das auch so. Ich war jung, wild und unsortiert. Das konnte nur in die Hose gehen. Vielleicht werde ich ihn einmal rausbringen, vielleicht sogar unter meinem echten Namen – jetzt ist es eh egal, finden Sie nicht? Sie haben mich am Schlawittchen und da gibt es auch kein Zurück mehr. Als Journalist und auch schon vorher im freien Fall und als Werbetexter habe ich Dinge erlebt, die Sie mir nie glauben würden. Da war es oft ganz knapp und dass es eigentlich immer ohne nennenswerte Blessuren abgegangen ist, ist meinem Glück und der Tatsache geschuldet, dass ich sonntags geboren bin. Frau Krumbiegel, Sie können mir glauben, wenn ich sage, dass um mich herum die Welt mehr als einmal lichterloh in Flammen stand. Man muss halt Glück haben und eine gehörige Portion Durchhaltewillen. Aber mal ehrlich: So ganz spurlos geht das Leben an keinem vorbei. Und irgendwann habe ich mir gedacht: ehe ich mein hart verdientes Geld zum Seelenklempner schleppe, probier ich es mal auf die literarische Weise. Die Geschichten haben sich aufgestaut und mussten einfach raus, bevor ich Magengeschwüre bekomme. So war die Entwicklung hin zum Krimiautor zwangsläufig und folgerichtig. Und so habe ich Gestalten, die ich kennenlernen durfte oder musste eben ein literarisches Denkmal gesetzt. Wie dem Joker. Klar ist der Typ gemeingefährlich und dazu noch bekloppt – aber hey, jeder hat auch seine menschlichen Seiten. Mit seinem ewigen Mordopfer und Gegenspieler Askim trinke ich regelmäßig Kaffee. Der Mann sieht zwar aus wie ein Henker, schreibt aber wunderbare Gedichte. Meine Geschichten spielen da, wo ich lebe und die meiste Zeit gelebt habe – am Arsch der Welt, in Erkelenz. Und hier ist bei weitem nicht alles Friede, Freude, Eierkraulen, das kann ich Ihnen sagen. Warum der Bezug zur Region, fragen Sie sich? Weil sie es wert ist. Ich möchte nirgendwo sonst leben als hier. Die Menschen hier sind allesamt auf ihre Weise bekloppt, aber haben das Herz und die Leber am rechten Fleck. Und das schätze ich sehr. Sie lassen jeden so sein, wie er ist. Auch mich. Das heißt, dass ich mich hier bestens unsichtbar machen kann, um zum richtigen Zeitpunkt zuzuschlagen.

Bärbel Krumbiegel: Es sind ja überwiegend Regionalkrimis, oder?

Helmut Wichlatz: Sehr gut erkannt, meine Liebe … Wissen Sie, dass Sie wunderschöne Augen haben? Aber ich schweife ab. Natürlich sind es Krimis, die hier verankert sind. Auch „Berger“, mein erster dicker Krimi. Darin geht es um Rache, Gerechtigkeit, Irrsinn und ganz nebenbei um Mord und Totschlag. Wer das Maasland kennenlernen will, braucht keinen Reiseführer – außer dem, den ich mal geschrieben habe (Aber das ist eine andere Geschichte) – er braucht den „Berger“ und ein offenes Herz.

Franz Burwitz: Wie sind Sie bei Ihren ersten „Taten“ vorgegangen?

Helmut Wichlatz: Ich schreibe eigentlich zumeist nach dem Prinzip der kreativen Eruption. Die Geschichten garen und köcheln einige Wochen in meinem Kopf vor sich hin, dann erbreche ich den Anfang auf Papier und warte mal ab, was sich tut. Schließlich will ich ja auch überrascht und beim Schreiben schon gut unterhalten werden. Denken Sie bitte nicht, ich hätte keinen Plan. Der Frühling hat auch jedes Jahr einen Plan, wenn es grünt und schön wird. Daran orientiere ich mich. Es gibt Kollegen, die schreiben nachts oder haben andere Angewohnheiten. Ich schreibe dann, wenn ich denke, dass es an der Zeit ist. Der Anfang vom „Berger“ ist auf einer Sammlung von Bierdeckeln entstanden. Als das zu umständlich wurde, bin ich dann auf Papier umgestiegen. Ein Kollege – dieser Kriminalinski – hat mich mal gefragt, ob ich plotte. Ganz ehrlich: Ich weiß es nicht. Ab und zu schon, aber ich halte mich an meine Plots ebenso flüchtig wie an die Straßenverkehrsordnung. Nach dem Motto „So könnte das, muss aber nicht“. Mit den Ergebnissen bin ich in beiden Fällen meist sehr zufrieden. Die Ideen müssen sich halt lang genug entwickeln. Jetzt gerade schwirren wieder zwei völlig unterschiedliche Themen durch meinen Kopf und ich warte ab, welches zuerst nach draußen drängt.

Franz Burwitz: Was war Ihr bislang größter Coup als Schreibtischtäter? Oder kommt der noch?

Helmut Wichlatz: Ich bin ja noch recht frisch in dem Gewerbe. Meine ersten drei Kurzgeschichten sind im „Tödlichen Selfkant“ erschienen, eine Anthologie meines Kollegen Kurt Lehmkuhl. Sie kamen bei den Lesungen sehr gut an, das Buch ist ausverkauft. Da ist jetzt der Folgeband in Arbeit und demnächst erscheint ein Hörbuch unter dem gleichen Namen, wo ich auch mit zwei Geschichten vertreten bin. Der „Berger“ wird noch in diesem Jahr als Buch vorliegen. Nachdem sich einige Verlage etwas geziert haben, wird es wohl der HKL-Verlag werden. Im Juni erscheint mit „Nachbarn unter sich“ eine zweisprachige deutsch-niederländische Anthologie mit mir als Herausgeber. Derzeit stricke ich aus dem „Joker“, der bislang nur in zwei temporeichen Kurzgeschichten vorliegt, einen Roman mit vielen Facetten und Einblicken ins Bergarbeiter- und Immigrantenmilieu.

Bärbel Krumbiegel: Letzte Frage, Herr Wichlatz: Sie dürfen 3 Bücher mit in die „einsame Zelle“ nehmen. Welche wären das?

Helmut Wichlatz: Oh, das ist eine interessante Frage. Auf jeden Fall etwas von E. T. A. Hoffmann, einem der kreativsten deutschen Schriftsteller, den ich sehr verehre. Dann vielleicht was von Fitzek, der meiner Meinung nach auch gut schreibt. Da das Lesevergnügen aber meist sehr kurz ist, würde ich eher genug Papier und Stifte mitnehmen, um selbst zu schreiben.

Franz Burwitz: Okay, Herr Wichlatz, ich denke, wir haben genug gehört. Das wird für eine Beurteilung als kommendes Schwergewicht der Krimiszene reichen. Ihnen blüht sicher „lebenslänglich“. Todsicher.

Helmut Wichlatz: Das habe ich befürchtet. Aber verlassen Sie sich nicht darauf, dass ich lange bleibe. Wenn es mir zu bunt wird, kommen meine Special Friends und hauen mich raus. Es gibt da draußen zwischen Misthaufen, grüner Grenze und Tagebaubaggerloch einfach noch zu viel zu erleben, um sich vorschnell zu ergeben. Da bitte ich um Ihr Verständnis.

* * *

Kriminalinski:  Wir freuen uns, hoffentlich „lebenslänglich“ spannende Krimis aus der Feder von Helmut Wichlatz lesen zu dürfen. Herzlichen Dank Helmut für dieses Verhör und viel Erfolg mit den nächsten Projekten!

Im Verhör: Jürgen Flenker

Noch unbekannt und schon geschnappt. Heute erwischt es einen vielversprechenden Krimidebütanten: Jürgen Flenker. Ab jetzt haben wir dich auf dem Schirm, Jürgen!

Im April ist sein Krimi „Ebers Ende“ bei edition oberkassel erschienen. Ich hatte die große Freunde, vorab schon einen Blick hinein werfen zu dürfen. Das hat mir dann so gut gefallen, dass ich gleich meinen Cloppenburger Dorf-Cop Hendrik „Pommes“ Willen auf Jürgen Flenker ansetzte. Der Autor war geständig und sich zu allen Punkten eingelassen.

Hier das Protokoll der Vernehmung:

Jürgen Flenker HP 4

Pommes Willen:  Herr Flenker, in der Schreibtischtäter-Szene waren Sie bislang ein unbeschriebenes Blatt. Daher: Erzählen Sie uns zunächst etwas über sich!

Jürgen Flenker:  Das Licht der Welt erblickte ich 1964 in Coesfeld zwischen Kirchenglocken und Knochenschinken, bin also Westfale. Über uns Westfalen heißt es ja, wir seien reichlich stur und maulfaul. Insofern müsste ich eigentlich die Aussage verweigern, aber wenn man so nett gefragt wird … Also, seit vielen Jahren lebe ich mit meiner Familie in Münster, Deutschlands heimlicher Krimihauptstadt. Geschrieben habe ich schon seit meiner Schulzeit, wirklich ernsthaft aber erst seit dem Studium. Zuerst Gedichte, daneben aber auch Aphorismen, Kurzprosa und Romane. Die Lyrik ist bis heute eine große Leidenschaft geblieben. Hier bin ich in Form von Literaturpreisen wiederholt aktenkundig geworden, z.B. beim Jokers Lyrikpreis, den ich 2010 gewann und beim Münchner Lyrikpreis, bei dem ich 2012 den zweiten Platz belegte. Außerdem entstand 2007 der Gedichtband  „das argument der kletterrosenund“ im Wiesenburg Verlag und 2012 der Kurzgeschichtenband „Aufbrüche“ im Sonderpunkt Verlag.

Pommes Willen: Es gibt noch keinen Registerauszug von Ihnen, Sie haben noch nicht einmal ein Knöllchen wegen Falschparkens bekommen. Wieso wechseln Sie auf die kriminelle Seite?

Jürgen Flenker: Sagen wir mal so: Ich hatte ein Motiv und ich hatte die Gelegenheit. Das Genre hat mich schon immer interessiert, und ich wollte schon seit langem einen Krimi schreiben. Ich wohne recht ländlich in Münsters Norden. Was lag da näher, als einen Blick hinter die Kulissen der scheinbaren Dorf- und Schützenfestidylle zu wagen. Herausgekommen ist mein Roman „Ebers Ende“, der im April in der edition oberkassel erschienen ist. Der titelgebende Eber spielt dabei eine nicht unerhebliche Rolle. Im Zentrum steht aber eigentlich das Dorfleben selbst mit all seinen Ränkespielen, mit seinem ganze Klatsch und Tratsch und Klüngel, wie das eben ist in so einem Mikrokosmos, in dem jeder jeden kennt. Was passiert, wenn in so eine scheinbare Idylle das Verbrechen Einzug hält, das kann man in „Ebers Ende“ nachlesen. Dabei geht es eher unblutig, dafür aber nicht weniger spannend zu, und das sonst so gemächliche Leben in der westfälischen Provinz gerät ziemlich aus den Fugen …

Pommes Willen: Wie sind Sie bei Ihrer ersten „Tat“ vorgegangen?

Jürgen Flenker: Also die Idee lag praktisch auf der Straße oder besser gesagt: auf der grünen Wiese. Der Roman spielt auf einem Spargelhof. Davon gibt es einige hier in der Gegend, und an denen komme ich regelmäßig auf meinen sommerlichen Rennradrunden vorbei. Bei einer dieser Touren ist mir die Idee gekommen, das könnte doch ein guter Schauplatz für einen Krimi sein. Außerdem hatte das den Vorteil, dass ich quasi vor Ort recherchieren konnte. Viele Schauplätze und Typen, die ich beschreibe, kenne ich so oder so ähnlich aus eigener Erfahrung. Dann hat es allerdings eine Weile gedauert, bis aus der Idee ein Roman wurde. Und dann noch eine länger Weile, bis ich mit der edition oberkassel einen Verlag gefunden hatte, dem Idee und Geschichte gefallen haben und der mir die Chance gegeben hat, sie einem größeren Publikum vorzustellen. Und dann hat es noch eine Weile gedauert, bis aus der Ursprungsfassung das wurde, was es heute ist: Ein Dorfkrimi mit viel Lokalkolorit und Humor, aber auch mit einer spannenden Geschichte, die ohne viel Blutvergießen auskommt.

Pommes Willen: Ist damit zu rechnen, dass Sie zum Wiederholungstäter werden?

Jürgen Flenker: Also, das ist ja bekannt, den Täter zieht es immer wieder an den Ort seiner Verbrechen zurück. Ja, ich plane weitere Taten. Zurzeit arbeite ich wieder an einer Krimiidee. Diesmal verlege ich den Schauplatz allerdings in die Stadt (Ausflüge ins dörfliche Umland allerdings inklusive). Es wird also wieder ein Lokalkrimi, in dem eine bekannte Legende eine Rolle spielt. Mehr werde ich hier ohne rechtlichen Beistand aber noch nicht sagen ..

Pommes Willen: Für den unwahrscheinlichen Fall, wir würden Sie wieder laufen lassen: Wo gehen Sie uns als nächstes ins Netz?

Jürgen Flenker:  Am 3. Mai hatte ich „Ebers Ende“ in einer Lesung im Theaterpädagogischen Zentrum meinem Münsteraner Publikum vorgestellt. Im September geht der Eber auf Tour und wird im Rahmen der Cloppenburger Kriminacht 2013 am 13.9. vorgestellt. Vom Westfälischen ins Oldenburger Münsterland – das passt doch, oder? Die Lesung werde ich übrigens zusammen mit meinem Kollegen Kriminalinski und den Krimi-Cops aus Düsseldorf bestreiten. Das wird garantiert ein mordsmäßiger Spaß!

Pommes Willen: Letzte Frage, Herr  Flenker: Sie dürfen 3 Bücher mit in die „einsame Zelle“ nehmen. Welche wären das?

Jürgen Flenker: Die Frage ist gemein, weil „nur“ drei Bücher die reinste Folter wären. Außerdem kenne ich einfach viel zu viele gute Bücher, um mich da festzulegen. Aber gut, was Krimis angeht, haben mich die Klassiker von Dürrenmatt, vor allem „Das Versprechen“ und „Der Richter und sein Henker“ früh fasziniert. Bei den Gegenwartsautoren muss ich vor allem Wolf Haas mit seinen Brenner-Romanen und Friedrich Ani nennen. Deutschsprachige Gegenwartsautoren lese ich auch außerhalb des Krimigenres gerne – Ralf Rothmann, Klaus Modick, Peter Stamm, um nur einige zu nennen. Alle drei großartige Erzähler, die sich hinter den vielgelobten Amerikanern nicht verstecken müssen. Daneben gehöre ich zu der äußerst seltenen Gattung, die Gedichte nicht nur schreibt, sondern auch liest.

Pommes Willen: Okay, Herr Flenker, ich denke, für´s erste haben wir genug gehört. Lassen Sie mich noch eines zum Abschluß sagen: Wenn Sie so weitermachen, blüht Ihnen sicher „lebenslänglich“ …

* * *

Kriminalinski:  Todsicher, blüht ihm das! Und wir alle freuen uns, hoffentlich „lebenslänglich“ spannende Krimis aus der Feder von Jürgen Flenker lesen zu dürfen. Herzlichen Dank für dieses Verhör, Jürgen, und viel Erfolg mit deinen nächsten Projekten!

Im Verhör: Horst Eckert

Schlag gegen Camorra-Clan

Italienische Polizei nimmt Mafia-Größe fest

Palermo (…) So oder so ähnlich würde ein Zeitungsbericht in Italien anfangen, wenn man dort über die Ergreifung eines kriminellen Schwergewichts berichten müsste. Und so könnte auch die Überschrift zu diesem Artikel lauten, denn wir haben heute keinen geringeren als Horst Eckert – Syndikats-Größe aus Düsseldorf – „zu Gast“!

Und weil ich die große Ehre habe, zusammen mit Horst Eckert in der Anthologie „Düsseldorf linksrheinisch“ (Verlag edition oberkassel, Düsseldorf) vertreten zu sein, müssen natürlich die beiden Düsseldorfer Ermittler aus „Der Tod der alten Dame“ – Jo Brunner und Frank Nowak – den hiesigen Schreibtischtäter verhören. Dabei gibt es keinen linksrheinischen Klüngel, die Fragen der Kommissare sind mal wieder knallhart und die Luft im Vernehmungsraum ist zum Schneiden dick (raucht Hauptkommissar Brunner eigentlich? Hm, ich glaube, da war ich noch nicht festgelegt. Bei diesem Verhör raucht er jedenfalls …).

Horst EckertJo Brunner: Herr Eckert, in der Schreibtischtäter-Szene sind Sie alles andere als ein unbeschriebenes Blatt. Dennoch: erzählen Sie uns etwas über sich!

Horst Eckert: Lieber erzähle ich Kriminalromane. Die sind spannender. All meine Verbrechen finden Sie zwischen den Buchdeckeln.

Fängt ja schon gut an, denkt Brunner, und haut sich eine Reval aus der verbeulten Packung.

Frank Nowak: Die Liste Ihrer „Taten“ ist lang. Wollen Sie nicht reinen Tisch machen?

Horst Eckert: Ich gestehe, elf Romane gehen auf mein Konto, zuletzt „Schwarzer Schwan“. Der zwölfte ist gerade vollendet und erscheint Ende September bei Wunderlich. Der Titel lautet „Schwarzlicht“ und der Inhalt … ist noch geheim. Lassen Sie sich überraschen. Oder sammeln Sie Indizien auf meiner Homepage, wo ich gelegentlich Spuren hinterlasse.

Frank Nowak (greift zum Asthmaspray): Wie gehen Sie vor, wenn Sie eine „Tat“ planen?

Horst Eckert: Ich überlege mir eine Figur, die interessante Probleme meistern muss. Dann einen Kriminalfall, der dazu passt. Da werden Zettel vollgekritzelt, Karteikarten, ich lege Dateien zu meinen Figuren an, und wenn ich das Gefühl habe, dass die Geschichte steht, schreibe ich los.

Jo Brunner (hüstelt): Was ist das Besondere an Ihrer „Masche“?

Horst Eckert: Für mich ist – im Unterschied zu vielen Kollegen – Mord keine lustige Unterhaltung, sondern ein Beweis dafür, dass das Böse in uns steckt. Beim Schreiben möchte ich anhand meiner Figuren erforschen, wie wir Menschen ticken, was extreme Situationen aus uns machen können und wie wir uns darin verhalten. Dabei gibt mir das wahre Leben die besten Anregungen. In „Schwarzlicht“ ist das Mordopfer ein Ministerpräsident und trägt Züge von Uwe Barschel oder Christian Wulff. Mein Ermittler heißt Vincent Veih, er ist 43 Jahre alt, leidet aber immer noch darunter, dass ihn seine Mutter mit sieben Jahren zu Freunden abschob, weil sie lieber zur RAF in den Untergrund ging, als sich um ihren Sohn zu kümmern. Vincent ist schließlich Polizist geworden wie sein Großvater, bei dem er aufwuchs und gegen dessen autoritäre Art er in seiner Jugend rebellierte. Vincent Veih ist ein Kommissar, der hinterfragt, ob alles richtig ist, was er tut, und mit diesem Hinterfragen eckt er an, bei Vorgesetzten und Kollegen. Das alles macht ihn für mich so spannend. Auf diese Weise entstehen Geschichten, die komplex sind und voller Wendungen – wie das Leben. Und am Ende ist zwar der Kriminalfall gelöst, aber das Böse nicht aus der Welt geschafft, weil das vermutlich nie möglich sein wird. Für mich ist das jedoch keine Masche, sondern eine Frage der Wahrhaftigkeit.

Jo Brunner: Was war Ihr bislang größter Coup als Schreibtischtäter? Oder kommt der noch?

Horst Eckert: Woran misst man einen Coup? Einige Bücher haben sich besser verkauft als andere, einige haben renommierte Auszeichnungen erhalten, sind übersetzt worden oder bekommen – wie „Schwarzer Schwan“ bei Amazon – Fünfsternekritiken. Nein, der größte Coup ist für mich immer das Buch, das ich gerade beendet habe. Denn es steckt voller Herzblut. Und wenn Sie im Herbst „Schwarzlicht“ lesen, brüte ich bereits über der nächsten Tat.

Jo Brunner: Letzte Frage, Herr Eckert: Sie dürfen 3 Bücher mit in die „einsame Zelle“ nehmen. Welche wären das?

Horst Eckert: Die Schwarze Dahlie“ von James Ellroy, „Tage der Toten“ von Don Winslow und – kein Krimi – „Sabbaths Theater“ von Philip Roth. Aber ich hoffe, der Knast hat eine Bücherei, denn schon bald wären drei Bücher viel zu wenig!

Jo Brunner: Okay, Herr Eckert, ich denke, wir haben genug gehört. Das wird für eine Beurteilung als „Schwergewicht“ in der Krimiszene reichen. Ihnen blüht sicher „lebenslänglich“. Todsicher.

* * *

Kriminalinski: Der Meinung bin ich auch! Wir alle freuen uns, hoffentlich „lebenslänglich“ spannende Krimis aus der Feder von Horst Eckert lesen zu dürfen. Herzlichen Dank für dieses Verhör, lieber Horst! Wir freuen uns auf deinen neuen Krimi „Schwarzlicht“!

Übrigens: Horst Eckert musste frei gelassen werden. Aber die Kommissare sind ihm weiter auf der Spur. Todsicher!

Im Verhör: Elke Schwab

ElkeSchwabCopyRightElke Schwab ist etwas Großartiges gelungen: sie hat mit einem E-Book-Bestseller einen Verlag gefunden, der ihre Bücher druckt! Davon träumen viele Autorinnen und Autoren – nicht nur im Saarland, von dem Elke übrigens sagt, dass es dort „beschaulich, gemütlich und sicher“ ist.

Sicher?

Todsicher nicht, denn wenn man an Saarland und Krimis denkt, so stößt man unweigerlich auf Spuren von Elke Schwab. Das Saarland ist Elkes Revier und beinah jede literarische Leiche geht durch ihre Hände. Grund genug, die Bestellerautorin zum „Verhör“ zu bestellen.

Elke Schwab gegenüber saß Leo Falk, mein fiktiver Ermittler aus dem Kurzkrimi „Protokoll eines perfekten Verbrechens“, mit dem ich 2013 für den Agatha-Christie-Krimipreis nominiert war.

* * *

Leo Falk: Frau Schwab, in der Schreibtischtäter-Szene sind Sie alles andere als ein unbeschriebenes Blatt. Dennoch: erzählen Sie uns etwas über sich!

Elke Schwab: Ich bin im Saarland geboren und aufgewachsen. Zufällig bin ich auch bekennende Liebhaberin dieses kleinen Bundeslandes. Dort lebt es sich beschaulich, gemütlich und sicher. Als ewige Abenteuererin war es mir vor etwa 12 Jahren ein Bedürfnis, das friedliche Saarland zum (fiktiven) Schauplatz von Verbrechen zu machen, damit der Blutdruck der Saarländer ansteigt und es endlich mit der Ruhe vorbei ist. Zu meiner großen Überraschung konnte ich damit die Bevölkerung begeistern. Sie haben meine Taten gelobt und mich dazu animiert, weitere zu begehen. Also bleibe ich Schreibtisch-Täterin – und das mit Leib und Seele.

Leo Falk: Die Liste Ihrer „Taten“ ist lang. Wollen Sie nicht reinen Tisch machen?

Elke Schwab: Mein erstes Buch habe ich im Jahr 2000 veröffentlicht. Das war ein rasanter, spannender Thriller mit den beiden Kommissaren Lukas Baccus und Theo Borg und hatte den Titel „Tödliche Besessenheit“. Dann folgten acht Krimis aus der Reihe mit Norbert Kullmann, Hauptkommissar a.D. und Anke Deister. Doch wie es der Zufall wollte, bekam ich im Jahr 2010 den Auftrag zum Mord! Das war genau mein Ding! Ich sollte einen Krimi für ein Ebook schreiben. Also erweckte ich Lukas Baccus und Theo Borg wieder zum Leben und ließ sie einen äußerst spektakulären Fall aufklären. Darin treffen Körperteile eines Unbekannten in Postpaketen auf der Polizeidienstelle in Saarbrücken ein. Baccus und Borg müssen zuerst einmal das Opfer identifizieren. Gleichzeitig beginnt einen Wettlauf mit der Zeit, denn das Opfer hat noch gelebt, als die Teile amputiert worden sind.

Dieses Ebook wurde so erfolgreich, dass es zwei Monate lang auf der Ebook-Bestsellerliste auf Platz 1 war. Dadurch wurde ein Verlag auf mich aufmerksam – der Solibro-Verlag  – und machte aus dem elektronischen Buch ein gedrucktes Buch mit dem Titel „Mörderisches Puzzle“. Jetzt bleiben Lukas Baccus und Theo Borg im Einsatz. Sie ermitteln fleißig weiter im mörderisch gefährlichen Saarland. Im Februar 2013 kam „Eisige Rache“ auf den Markt. Und der nächste Krimi ist schon in Arbeit. Auch da ermitteln Baccus und Borg – dieses Mal im größten Landschaftspark der Landeshauptstadt Saarbrücken, im „Deutsch-Französischen Garten“.

Leo Falk: Sie sollen ja vorwiegend im Saarland aktiv sein. Wie gehen Sie vor, wenn Sie eine „Tat“ planen?

Elke Schwab: Obwohl das Saarland ein kleines Bundesland ist, mache ich dort immer wieder neue Entdeckungen. Das zeigt, wie vielseitig und geheimnisvoll es hier ist. Das regt meine Fantasie an, denn die örtlichen Begebenheiten bieten sich zu spannenden Krimis regelrecht an. Aber das ist nicht der einzige Grund, warum ich so gerne meine Krimis im Saarland ansiedele. Ich kenne nämlich inzwischen einige „Täter/-innen“ aus anderen Regionen und das hat mich dazu bewogen, auch das Saarland als kriminelles Pflaster deutschlandweit bekannter zu machen. Bisher war ich auf mehreren „Kriminellen Vereinigungen“ wie zum Beispiel dem „Syndikat“ und den „Mörderischen Schwestern“ und habe dabei festgestellt, dass das Saarland in der Statistik der (fiktiven) Kriminalität noch viel zu weit hinten liegt. Das möchte ich ändern. Mir liegt sehr daran, die gefährlichen Abgründe der Saarländer mehr in den Blickpunkt Deutschlands zu rücken, damit keiner mehr denkt, wir würden nur gut essen. Oh nein! Der Saarländer muss gut essen, um stark genug zu sein, den gefährlichen Mördern, Henkern und Psychopathen aus meinen Krimis trotzen zu können.

Manchmal schaffe ich es, in einem Jahr zweimal zur Tat zu schreiten, das heißt, zwei Krimis zu schreiben. Jedoch, bevor diese Krimis an den Verlag geschickt werden, lasse ich sie von sogenannten Mittätern/-innen – Beta-Lesern/-innen – auf Herz und Nieren prüfen. Die geben mir auch immer gute Alibis für meine Taten – besser gesagt ihre Kritik zu meinem Werk, damit ich es nochmal überarbeiten kann.

Leo Falk: Haben Sie andere Täter als Vorbild?

Elke Schwab: Ich schaue zu Elisabeth George auf. Sie ist auch der Auslöser dafür, dass ich heute selbst Krimis schreibe. Ihre Werke haben mich nachhaltig fasziniert, dass ich nicht mehr davon loslassen konnte und es irgendwann auch selbst mal mit einem Krimi versuchen wollte. Ansonsten lese ich gern Petra Hammesfahr, die einen äußerst interessanten Erzählstil hat, ebenso wie Sebastian Fitzek. Und immer wieder lese ich gerne Krimis von meinen „kriminellen“ Kolleginnen, den „Mörderischen Schwestern“. Dort gibt es echte Perlen zu entdecken – mal als kleiner Geheimtipp!

Leo Falk: Was war Ihr bislang größter Coup als Schreibtischtäter? Oder kommt der noch?

Elke Schwab: Mein erster großer Coup war das Ebook, das monatelang auf Platz 1 der Ebook-Bestsellerlisten stand und das daraufhin die Aufmerksamkeit eines Verlages auf sich gezogen hat und zu einem Buch wurde.

Mein zweiter großer Coup war der „Saarländische Krimi-Autorenpreis“. In diesem Jahr wurden zum ersten Mal Autorenpreise im Saarland verliehen und ich war die Gewinnerin in der Kategorie Krimi. Das hat mein Herz natürlich höher schlagen lassen.

Und jetzt gestehe ich, dass ich auf einen Coup im Stillen hoffe: Ich wünsche mir, dass der Solibro-Verlag mein Erstlingswerk „Tödliche Besessenheit“ mit Lukas Baccus und Theo Borg neu verlegt! Das wäre der Oberhammer. Denn das ursprüngliche Buch gibt es nicht mehr. Und das Ebook wird jetzt auch vom Markt genommen. Aber viele Leser fragen danach. Außerdem würde ich dieses „erstgeborene Kind“ nicht gerne sterben lassen.

Leo Falk: Wie hat sich Ihr Leben verändert, seit Sie Schreibtischtäterin sind?

Elke Schwab: Zum Positiven! Ich kann mir die Arbeitszeiten selbst einteilen, arbeite allein, keiner sagt mir, was ich zu tun habe, weil ich das selbst am besten weiß. Am kreativsten bin ich in der finsteren Nacht, weil ich die Dunkelheit und die Einsamkeit liebe. Und meinem Drang zur Wiederholungstäterin kann ich nicht wiederstehen. Ich muss meucheln … das bedeutet, dass es noch weitere Krimis von mir geben wird.

Leo Falk: Für den unwahrscheinlichen Fall, dass Sie zu Unrecht hier sitzen und wieder frei kämen: Wo würden Sie uns als nächstes wieder über den Weg laufen, Frau Schwab?

Elke Schwab: Mein nächste Lesung findet hier statt:

24. April 2013
Lesung aus „Eisige Rache“
in der
Bibliothek auf dem Umwelt-Campus Birkenfeld
Gebäude 9922
Campusallee
55768 Hoppstädten-Weiersbach
Beginn der Veranstaltung: 17.00 Uhr
Der Eintritt ist frei

Sollten noch weitere Termine folgen, kann man das auf meiner Homepage unter „Termine“ nachsehen.

Ansonsten könnte ich Ihnen im Deutsch-Französischen Garten in Saarbrücken über den Weg laufen, weil ich gerade dort – im Geheimen natürlich – mörderisch zuschlage (auf dem PC)

Leo Falk: Okay, Frau Schwab, ich denke, wir haben genug gehört. Das wird für eine Beurteilung als „Schwergewicht“ in der Krimiszene reichen. Ihnen blüht sicher „lebenslänglich“. Todsicher.

* * *

Kriminalinski: Der Meinung bin ich auch! Wir alle freuen uns, hoffentlich „lebenslänglich“ spannende Krimis aus der Feder von Elke Schwab lesen zu dürfen. Herzlichen Dank für dieses Verhör liebe Elke und viel Erfolg mit deinen nächsten Projekten!

The Next Big Thing Blog Hop

„The Next Big Thing Blog Hop“ (TNBTBH) ist eine internationale Aktion, bei der Autoren erzählen, an welchem Buch sie gerade arbeiten. Im Rahmen eines Interviews beantworten sie immer dieselben Fragen und veröffentlichen es in ihrem Blog. Die Autoren stellen darüber hinaus die Person vor, die sie zur Teilnahme eingeladen hat und erwähnen die Autoren, die als Nächste die Fragen beantworten werden.

Klaus Stickelbroeck hat mich auf dieses Projekt aufmerksam gemacht, nachdem ich ihn für mein Autoren-Blog interviewt hatte. Gar nicht wahr, nicht ich habe ihn interviewt, sondern meine fiktiven Ermittler. Und ein Interview war das auch nicht, sondern ein Verhör. Na, jedenfalls kenne ich den Krimikönig vom Niederrhein schon eine ganze Weile. Ich liebe die Schreibe von Stickel und bin großer Fan von Hartmann, seinem Protagonisten. Darüber hinaus bin ich großer Fan der Krimi-Cops, da mischt Klaus Stickelbroeck nämlich auch mit. Ganz besonders freue ich mich über gemeinsame Krimilesungen – zusammen mit Klaus und mit den Cops. Die Lesungen waren herrlich, witzig und zum Teil schwarz-humorig. Wir waren einem Blutleserausch verfallen. Und nach den mörderischen „Taten“ haben wir noch kräftig gefeiert, das können die Cops nämlich auch sehr gut. Todsicher.

Vielen Dank, lieber Klaus, für die Einladung zum TNBTBH! Hier meine Antworten:

Was ist der Arbeitstitel Ihres Buchs?
Fängt ja schon gut an … Im Kopf bin ich mit dem aktuellen Buchprojekt schon weiter, allerdings fehlt tatsächlich noch der Arbeitstitel. Okay, dann lege ich den Arbeitstitel jetzt fest: KÖNIGSMORD.

Woher kam die Idee für das Buch?
Wie so häufig bei mir, kommen die Ideen bei der Runde mit dem Hunde. Muss wohl an der frischen Luft liegen, die dabei ins Gehirn strömt. Da Milka, meine braune Labrador-Hündin, gerne lange Runden dreht, hatte ich eines schönen Tags viel Zeit, mir die Idee zu „Königsmord“ im Kopf zurecht zu legen. Ich musste mich dann beeilen, nach Hause zu kommen, um sie rasch aufzuschreiben. Hat geklappt, Exposé zum – im Übrigen Debut-Kriminalroman – steht!

Unter welches Genre fällt Ihr Buch?
„Königsmord“ wird ein humorvoller, spannender Kriminalroman.

Wie lautet die Ein-Satz-Zusammenfassung Ihres Buches?
Oft zu Unrecht unterschätzter Dorfpolizist löst perfiden Mordfall im kommunalen Politik-Milieu.

Welche Schauspieler sollten Ihre Charaktere in einer Filmumsetzung spielen?
Die Figur des unterschätzten Dorf-Cops Hendrik „Pommes“ Willen würde ich Hinnerk Schönemann, bekannt z. B. aus dem tollen TV-Krimi „Mörderische Erpressung“, spielen lassen. Dann gibt es die Figur der „Dausen-Dörte“ – Cloppenburgs letzte unabhängige Hure im Doppel-D-Format. Die würde ich mit Michaela Schaffrath besetzen, die hat als „Gina Wild“ ja eine Menge TV-Erfahrung gesammelt und wäre jetzt reif für eine seriöse Rolle. Dann bräuchte ich unbedingt noch einen niedersächsischen Kommunalpolitiker mit Ambitionen für ganz nach Oben. Ganz Oben … Hm, ob ich da mal Christan Wulff ansprechen sollte?

Werden Sie Ihr Buch selbst verlegen oder wird es vertreten durch einen Agenten?
Das Buch erscheint im edition oberkassel Verlag im Rahmen einer Ebook-Krimireihe. Todsicher.

Wie lange haben Sie gebraucht, um den ersten Entwurf Ihres Manuskripts zu schreiben?
Ein Manuskript habe ich noch nicht. Kommt, todsicher …

Welche anderen Bücher würden Sie mit Ihrem Genre vergleichen?
Flotte und witzige Regionalkrimis, die nie Klamauk sind und die gerne mal einen Ausflug ins Hardboiled-Genre wagen.

Was sonst über Ihr Buch könnte das Interesse des Lesers wecken?
Ich suche in Cloppenburg nach V-Leuten und Mittätern. Da ich die Krimis der Wi(e)der-Willen-Reihe zwar in Cloppenburg spielen lasse, selbst aber im fernen Rheinland wohne, fällt es mir schwer, den Lokalkolorit aufzusaugen. Gelegentliche Besuche bei Freunden helfen da nicht weiter. Daher habe ich die Cloppenburger Pommes-Willen-Fans gebeten, mir ihre Ideen für Tatorte, Fundorte und lokalen Verstrickungen zu nennen. Eine Zeitung und ein Webportal in Cloppenburg unterstützen mich bei diesem Vorhaben und es sind schon einige gute Ideen eingetroffen. Die besten Ideen finden Erwähnung im Krimi und unter allen Einsendern verlose ich ein E-Book von „Königsmord“. Ich bin sicher: die V-Leute wollen wissen, ob ich ihre Idee eingebaut habe! Darüber hinaus haben wir für dieses Jahr die 2. Cloppenburger Kriminacht terminiert (13.09.2013) – da stelle ich den neuen Pommes-Willen-Krimi erstmals vor. Übrigens sind auch dieses Jahr die Krimi-Cops wieder dabei. Todsicher.

Möchten Sie andere Autoren für das Interview nominieren?
Oh ja, sehr gerne, und zwar:

Barbara Steuten

Barbara und ich sind in einer Neusser Autorengruppe aktiv. Wir unterstützen uns gegenseitig als Testleser. Bislang ist Barbara als Autorin von zum Teil preisgekrönten Kurzgeschichten bekannt. Im Rhein-Kreis Neuss gehört sie zum Who-is-Who unter den Autorinnen und Autoren. Ich weiß, dass sie im Moment an ihrem ersten Roman arbeitet. Ich bin sehr gespannt, auf diesem Wege etwas darüber zu erfahren.

Jürgen Flenker

Den Jürgen kenne ich erst seit Kurzem, seit er seinen Debut-Krimi fertiggestellt hat. Der erscheint im edition oberkassel Verlag – Jürgen und icke sind also Verlagskollegen. Ich hatte das große Vergnügen, Teile seines ersten Krimis („Ebers Ende“) im Vorfeld lesen zu dürfen. Und was soll ich sagen? Klasse, einfach klasse. Es ist auch ein Regionalkrimi (Münster), der ohne großes Blutvergießen auskommt. Da ich auch weiterhin Krimis aus der Feder von Jürgen Flenker lesen möchte und auch möchte, dass dies auch andere tun, frage ich Jürgen für dieses Interview an. So MUSS er quasi einen Folgekrimi bringen …